PROGRAMM 2020 - 13.08. bis 30.08.


ALL FILMS ARE SHOWN IN THEIR ORIGINAL VERSION WITH GERMAN SUBTITLES

Queen & Slim

Donnerstag, 13. August

 



Parasite

Freitag, 14. August

 

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Man stolpert ja hin und wieder bei Filmkritiken über Sätze wie „So etwas haben Sie noch nie gesehen!“. Und ungefähr alle 15 Jahre stimmt das auch wenigstens einmal. Dann sind es Filme, die etwas mehr wagen, als alle anderen zuvor. Die etwas zu sagen haben. Und dies mit einer neuen Ästhetik tun … 

„Parasite“ ist ein Film über zwei Familien. Eine ist arm, die andere reich. Doch wer sind hier die Parasiten? 

 

Dem umjubelten Regisseur Bong Joon-ho gelingt etwas Einmaliges, nämlich die Verzahnung sämtlicher Genres, die eine ungeahnte politische Sprengkraft entfaltet. Ist es ein Thriller, eine Satire, ein ironischer Kommentar über falsches Leben im Kapitalismus? Egal was es ist, hier kommt alles zusammen. Soziale Ungleichheit und Klassenkampf–Phantasien waren nie erschütternder, komischer und anrührender zugleich. Und sie sind vor allem niemals schöner bebildert worden!

 

Gisaengchung, Bong Joon-ho; Südkorea 2019, 132 Min., FSK: ab 16 Jahren, OmU 



knives out - mord ist familiensache

Samstag, 15. August

 



porträt einer jungen frau in flammen

Sonntag, 16. August

 

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Auf Seite 28 eröffnet dieses „Porträt einer jungen Frau in Flammen“ den vielleicht schönsten Liebesfilm der letzten Jahre. Céline Sciammas zeitloses Meisterstück über verbotene Liebe, Begierde und brennende Sehnsucht gelingt es, etwas einzufangen, was bei so vielen Filmen bloße Behauptung bleibt: ein Begehren fühlbar zu machen.

 

In Blicken, im Feuer, am tobenden Meer wandelt sich dieser Film mit jeder Einstellung wahrhaftig zu einem gigantischen Gemälde, das nicht mehr aus dem Kopf und aus den Herzen gehen mag. Voller Zartheit, lustvoller Neugier und mit einer unglaublichen, sich ständig steigernden Intensität. Im Zweifel für den Zweifel. Doch eines ist ganz sicher: ein Ausnahme-Film! 

 

Portrait de la jeune fille en feu, Céline Sciamma, FRA 2019, 122 Min., FSK: ab 12 Jahren, OmU

 



Die wütenden - les Misérables

Mittwoch, 19. August

 

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Es brennt in den Vororten Paris: Die Polizisten Chris, Gwada und Stéphane haben ihre Arbeit an die Gesetze der Straße angepasst. Sie selbst überschreiten die Grenzen des Legalen, sehen sich dabei aber stets im Recht. Als im Viertel ein Löwenbaby, das Maskottchen eines Clan-Chefs, gestohlen wird, droht die Situation zu eskalieren. Bei der versuchten Verhaftung eines jugendlichen Verdächtigen werden die Polizisten mit Hilfe einer Drohne gefilmt. Ihr fragwürdiges Vorgehen droht öffentlich zu werden. Aus den Gesetzeshütern werden plötzlich Gejagte.

 

Regisseur Ladj Ly, selbst im Pariser Vorort Montfermeil aufgewachsen, siedelt sein spannungsgeladenes Spielfilmdebüt am Schauplatz von Viktor Hugos berühmtem Roman „Les Misérables” an. Und gibt damit ein klares Statement: Wenig hat sich geändert in den letzten 150 Jahren in den von Armut und sozialen Spannungen geprägten Vororten, wo Jugendliche mit Migrationshintergrund im Krieg mit der Polizei liegen

 

Die Wütenden – Les Misérables; Regie: Ladj Ly; F 2019; 105 Min.; FSK: ab 16; deutsche Synchronfassung

 



Joker

Donnerstag, 20. August

 

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Ja klar, wir ziehen ihn! 

Allein schon wegen der Jahrhundert-Performance von Joaquin Phoenix, die uns dann doch noch überraschen konnte. Natürlich ist Phoenix sowieso einer der wandlungsfähigsten, talentiertesten Darsteller seiner Generation. Doch waren wir skeptisch, ob er – der ja schon in ganz normalen Interviews immer auch etwas vom Wahnsinn des Jokers in sich trug – diese Rolle nicht übertreibt, persifliert oder gar unfreiwillig in den Klamauk überführt. Es kam anders: Joaquin Phoenix hat den „Joker“ in sich aufgenommen, ihn transformiert und uns mit dieser fast unwirklich anmutenden Leistung reich beschenkt. Wir werden hier für zwei Stunden Zeuge eines Schauspielers auf dem Zenit seines Schaffens – mit all seiner Trauer, Verzweiflung, Ambivalenz und unbändigen Wucht.

 

Robert De Niro, hier in einer nicht unbedeutenden Nebenrolle, hatte es damals in „Taxi Driver“ mit ähnlich selbstzerstörerischer Kraft gegen Teile des Systems aufgenommen. Und „Joker“ ist gleichermaßen Bruder im Geiste wie würdiger Nachfolger! Das zaubert uns ein Lächeln ins Gesicht.

 

Joker, Todd Phillips; USA/CAN 2019, 122 Min.; FSK: ab 16 Jahren, OmU



systemsprenger

Freitag, 20. Juli

 

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Pflegefamilie, Wohngruppe, Sonderschule: Egal, wo Benni hinkommt, sie fliegt sofort wieder raus. Die wilde Neunjährige ist das, was man im Jugendamt einen „Systemsprenger“ nennt. Dabei will Benni nur eines: Liebe, Geborgenheit und wieder bei ihrer Mutter wohnen! Doch Bianca hat Angst vor ihrer unberechenbaren Tochter. Als es keinen Platz mehr für Benni zu geben scheint, versucht Anti-Gewalttrainer Micha sie aus der Spirale von Wut und Aggression zu befreien.

 

Nora Fingscheidts Regiedebüt ist eine Sensation in der deutschen Filmlandschaft. Geliebt von Publikum und Kritik, überhäuft mit Preisen und das uneingeschränkt verdient, würde man sich wünschen, dass mehr junge Filmschaffende so wagemutig in ihre Karriere starten. 

 

Systemsprenger; Regie: Nora Fingscheidt; D 2019; 120 Min; FSK: ab 12, OV



little women

Samstag, 22. August

 

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Greta Gerwig adaptierte den Roman Louisa May Alcotts über das Aufwachsen und Erwachsenwerden von vier Schwestern, die ganz unterschiedliche Kämpfe gegen Rollenbilder und Strukturen führen.

 

Mit feinem Humor und ganz viel Einfühlung für die Figuren verleiht Gerwig dem alten Stoff ungeahnte Frische und zeitgemäßen Feminismus, dass uns das Herz aufgeht. Dabei gerät die zärtliche Romantik der Vorlage nie aus dem Blick, sie wird nur durch die Erzählstruktur in Rückblenden umso facettenreicher, spannender, forscher und befreiender ins Heute überführt. Selten ist Mut zur Selbstverwirklichung liebevoller bebildert worden. Der Mut von Frauen. The Future is Greta! 

 

Little Women, Greta Gerwig; USA 2019, 135 Min., FSK: ab 0 Jahren, OmU



Leid & Herrlichkeit

Sonntag, 23. August

 

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„Leid und Herrlichkeit“ ist einer der schönsten Filme der vergangenen Dekade, ein knapp zweistündiges Glücksgefühl, das nachwirkt. Verena Lueken hat in der FAZ für Almodóvars Werk Worte gefunden, die gar nicht treffender (wunderbarer, herzzerreißender!) sein könnten:

 

„Einmal tanzt Alberto auf einer leeren Bühne, vor einer weißen Leinwand, die für das Kino aus Salvadors Kindertagen steht, und in diesem kurzen Tanz eines älter werdenden Mannes ist alles enthalten, worum es geht – die Liebe, die Musik, die Farben, das Kino, das Vergehen […]. Es ist ein Reichtum von allem, worum es Almodóvar je ging, das dieser Film aufruft, dem Begehren vor allem und der Liebe. Und in aller Künstlichkeit legt er daher die Wahrheit darüber frei, dass die Körper der Austragungsort allen Geschehens und das Gefäß aller Erinnerung sind. Pedro Almodóvar war immer ein Meister. Aber nie so sehr wie hier.“

 

Dolor y gloria, Pedro Almodóvar; Spanien/Frankreich 2019, 113 Min., FSK: ab 6 Jahren, OmU 

 



Parasite

Mittwoch, 26. August

 

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Man stolpert ja hin und wieder bei Filmkritiken über Sätze wie „So etwas haben Sie noch nie gesehen!“. Und ungefähr alle 15 Jahre stimmt das auch wenigstens einmal. Dann sind es Filme, die etwas mehr wagen, als alle anderen zuvor. Die etwas zu sagen haben. Und dies mit einer neuen Ästhetik tun … 

„Parasite“ ist ein Film über zwei Familien. Eine ist arm, die andere reich. Doch wer sind hier die Parasiten? 

 

Dem umjubelten Regisseur Bong Joon-ho gelingt etwas Einmaliges, nämlich die Verzahnung sämtlicher Genres, die eine ungeahnte politische Sprengkraft entfaltet. Ist es ein Thriller, eine Satire, ein ironischer Kommentar über falsches Leben im Kapitalismus? Egal was es ist, hier kommt alles zusammen. Soziale Ungleichheit und Klassenkampf – Phantasien waren nie erschütternder, komischer und anrührender zugleich. Und sie sind vor allem niemals schöner bebildert worden!

 

Gisaengchung, Bong Joon-ho; Südkorea 2019, 132 Min., FSK: ab 16 Jahren, OmU 

 



Undine

Donnerstag, 27. August

 

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Undine, ein Großstadtmärchen. Eigentlich müsste die Berlinerin der Fluch der zerstörten Liebe ereilen. Christoph verlässt sie, allen Überzeugungsversuche zum Trotz. Was nun: der Tod ihres zukünftigen Ex-Freundes? Dem Mythos zufolge: ja. Doch es kommt anders. Ein Aquarium bricht und Industrietaucher Christoph ändert Undines Pläne. Ein neues Maß an Liebe bricht über sie herein. Sie folgt ihm, bis in die versunkenen Welten eines Stausees. 

 

In Christian Petzolds Undine-Verfilmung verzaubern Paula Beer und Franz Rogowski den deutschen Film im Hier und Jetzt. Die Neuinterpretation des Mythos um die geheimnisvolle Wasserfrau macht ein Apartment am Berliner Alexanderplatz zum Zentrum der Liebe. Ein modernes Märchen, dass in manchen Momentan eine transzendentale Kraft entwickelt. 

 

Undine; Regie: Christian Petzold; D/F 2020: 90 Min.; FSK: ab 12; OV



once upon a time... in hollywood

Freitag, 28. August

 

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Quentin Tarantinos ONCE UPON A TIME… IN HOLLYWOOD spielt im Los Angeles von 1969, zu einer Zeit, als alles im Umbruch ist. Auch TV-Star Rick Dalton und sein langjähriges Stunt-Double Cliff Booth müssen sich in einer Branche zurechtfinden, die sie kaum mehr wiedererkennen.

 

Der neunte Film des Kultregisseur wartet mit einer großen Ensemble-Besetzung und zahlreichen Erzählsträngen auf und huldigt den letzten Momenten von Hollywoods goldenem Zeitalter.

 

Once Upon a Time... in Hollywood; Regie: Quentin Tarantino; US/GB 2019; 161 Min.; FSK: ab 16; OmU

 



LindenBErg! Mach Dein Ding

Samstag, 29. August

 

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Von seiner Kindheit im westfälischen Gronau bis zum ersten, alles entscheidenden Bühnenauftritt in Hamburg 1973; von seinen Anfängen als hochbegabter Jazz- Schlagzeuger und seinem abenteuerlichen Engagement in einer US-amerikanischen Militärbasis in der Libyschen Wüste, über Rückschläge mit seiner ersten LP bis zu seinem Durchbruch mit Songs wie „Mädchen aus Ost-Berlin“  und „Andrea Doria“:

 

LINDENBERG! MACH DEIN DING erzählt die Geschichte eines Jungen aus der westfälischen Provinz, der eigentlich nie eine Chance hatte, und sie doch ergriffen hat, um Deutschlands bekanntester Rockstar zu werden – ein Idol in Ost und West.

 

Lindenberg! Mach dein Ding; Regie: Hermine Huntgeburth; D 2020; 135 Min.; FSK: ab 12; OV

 



Bohemian Rhapsody

Sonntag, 30. August

 

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 Erinnert Ihr Euch? Na gut, alle erinnern sich … 

An Rami Maleks Schauspielleistung, die eher einer kaum für möglich gehaltenen, magischen Verwandlung glich. An den finalen, alles umstürzenden Liveauftritt und an das Glücksgefühl während der Abspann lief. 

 

Aber warum dieses Jahr nochmal? Vielleicht weil sich in diesen letzten 15 Minuten des Films im Grunde all das verdichtet, was Kino in seinen allerstärksten Momenten immer noch kann. Trotz allem – und mehr denn je: „Bohemian Rhapsody“ ist gemeinsames Erleben!

 

Bohemian Rhapsody, Bryan Singer; UK/USA 2018, 134 Min., FSK: ab 6 Jahren, OmU




Eintritt: 10,00 €. 

Einlass und Kassenöffnung ab 20:00 UhrFilmbeginn bei ausreichender Dunkelheit.

 

Sollte das Wetter einmal nicht mitspielen werden die Vorstellungen nach Möglichkeit auf ein anderes Datum verlegt. Informationen hierzu werden tagesaktuell sowohl auf dieser Seite als auch auf Facebook bekanntgegeben.