PROGRAMM 2026 | 26.06. - 23.08.
OV: Original version no subs / OmdU: Original version with German subs / OmeU: Original version with English subs
Einlass: 19:30 Uhr, Filmbeginn bei ausreichender Dunkelheit
©Plaion/Studiocanal
Sentimental Value
Freitag, 10. Juli 2026
Ein Europafilm für unsere Europastadt: Sentimental Value ist eine Gemeinschaftsproduktion aus Norwegen, Dänemark, Schweden, Deutschland und Frankreich. Und siehe da: Der Film wurde bei der diesjährigen Oscarverleihung als „Bester internationaler Film“ ausgezeichnet!
Was bleibt von einer Familie, wenn ein gemeinsamer Bezugspunkt wegfällt? Nach dem Tod ihrer Mutter stehen zwei Schwestern vor ihrem entfremdeten Vater – einem ehemaligen Filmregisseur, der gerade an seinem Comeback arbeitet. Zwischen ihnen liegt mehr Vergangenheit als Gegenwart.
Joachim Trier erzählt das ruhig und ohne Druck auf große Gefühle. Ein Film, der bleibt, weil er nichts abschließt.
©Alamode
Gelbe Briefe
Sonntag, 12. Juli 2026
Mit dem oscarnominierten Drama Das Lehrerzimmer feierte İlker Çatak seinen Durchbruch. Jetzt gelingt ihm mit dem Berlinale-Gewinner Gelbe Briefe der zweite große Kino-Erfolg. Die Jury der Berlinale würdigte den Film in ihrer Begründung als beeindruckendes Plädoyer für die Kunst- und Gedankenfreiheit. In Gelbe Briefe verliert ein erfolgreiches türkisches Künstler-Ehepaar durch staatliche Willkür über Nacht seine Arbeit und gerät in eine existenzbedrohliche Abwärtsspirale.
Was in Gelbe Briefe wie ein fernes Albtraumszenario aus der Türkei wirkt, rückt durch die jüngsten politischen Ereignisse in beängstigende Nähe. Und durch die anstehende Landtagswahl in Sachsen-Anhalt wird der Film auch für Deutschland zu einem hochaktuellen Warnsignal vor der schleichenden Demontage von Kunst- und Meinungsfreiheit. Ein absoluter Pflichttermin für alle, denen unsere demokratischen Werte am Herzen liegen.
©Sony
Caught Stealing
Donnerstag, 16. Juli 2026
Bierbäuche, Baseballschläger und Adrenalinrausch pur: Kultregisseur Darren Aronofsky verwandelt Austin Butlers Überlebenskampf im East Village in eine pechschwarze, blutgetränkte Action-Groteske. Nach dem drückend-depressiven Vorgänger The Whale inszeniert Aronofsky diesmal in bester Guy-Ritchie-Tradition.
Butler, der vor allem durch seine Oscar-nominierte Hauptrolle in Elvis weltbekannt wurde, spielt Hank Thompson, ein ehemaliges Baseball-Talent, dessen Karriere nach einer schweren Verletzung abrupt endet. Als Barkeeper in New York gerät er in einen Strudel aus Gewalt, Verfolgungsjagden und kriminellen Verwicklungen. Der Film fängt die raue Atmosphäre des New Yorks der 90er-Jahre ein und nutzt Chinatown und Brooklyn als Schauplätze seines rasanten Absturzes.
©Tobis
CINEMA WEEKEND
Marty Supreme
Freitag, 17. Juli 2026
AUSVERKAUFT - Restkarten an der Abendkasse (außerdem wiederholen wir den Film wegen der großen Nachfrage im August)
Wird Marty Supreme der Höhepunkt der Open-Air-Saison? Wenn es nach uns geht, ja. Ein Film über einen Tischtennis-Champion ist schon als Idee kaum zu toppen, und daraus eine fiebrige, adrenalingeladene Odyssee vom Schuhverkäufer zum kriminellen Hustler zu machen, der einen förmlich in den Stuhl drückt, wirkt zunächst unmöglich, wird aber in jeder Sekunde des Films greifbarer.
Dass Timothée Chalamet über mehrere Jahre in jeder freien Minute sein Tischtennis-Spiel für diesen Film perfektionierte, war zu erwarten. Dass er aber selbst bei den Filmfestspielen von Cannes im
Hotel eine Platte aufstellen ließ, zeigt die Besessenheit dieses Ausnahmekünstlers. Timo Boll tritt übrigens als tschechoslowakischer Tischtennis-Profi Vladimir Sebek in einem direkten Duell
gegen die Hauptfigur Marty Mauser an (und macht das besser als Henry Maske bei seinem Schauspiel-Debüt).
Und noch was: Wann, wenn nicht jetzt? Bei uns steigt an diesem Tag das größte Rundlauf-Turnier der Saison! Mindestens! Schläger nicht vergessen!
©Warner
CINEMA WEEKEND
Wuthering Heights – Sturmhöhe
Samstag, 18. Juli 2026
Kein klassisches Kostümdrama, sondern eine radikale, moderne Lesart eines bekannten Stoffes. Emerald Fennell interpretiert „Sturmhöhe“ (Wuthering Heights) von Emily Brontë ohne Ehrfurcht vor Konventionen. Der Klassiker der Weltliteratur von 1847 ist eine dunkle, aufgeladene Geschichte über Liebe, Rache und Obsession im rauen Yorkshire. Im Zentrum: Heathcliff und Catherine Earnshaw, deren Verbindung von Anfang an zu groß ist.
Mit Margot Robbie als Catherine und Jacob Elordi als Heathcliff entsteht intensives Kino über Begehren, Abhängigkeit und eine Beziehung, die immer weiter kippt, je näher sie sich kommt.
©Neue Visionen
CINEMA WEEKEND
The Last Viking – Therapie für Wikinger
Sonntag, 19. Juli 2026
In dieser rabenschwarzen Komödie versucht ein Ex-Häftling, seine Beute nach 15 Jahren Knast aus dem Versteck zu bergen. Kurz vor seiner Festnahme hatte er seinen Bruder damit beauftragt, die Millionen im Wald nahe dem elterlichen Haus zu vergraben. Das Problem: Sein psychisch kranker Bruder, den Mads Mikkelsen brillant und einfühlsam spielt, hat das Versteck längst vergessen und glaubt inzwischen, John Lennon zu sein (und will auch nur noch so genannt werden).
Daraus entwickelt sich einer der schönsten Nebenplots des Kinojahres: die „Beatles-Therapie". Sein Psychiater entwickelt einen skurrilen Plan: Er findet weitere Psychiatrie-Patienten, die sich für Ringo Starr, Paul McCartney und George Harrison halten, und gründet eine Beatles-Revival-Band. Die Idee dahinter: Wenn sich „John Lennon" in seiner Welt wohlfühlt, kann er vielleicht wieder zu sich selbst finden und sich an das Versteck erinnern.
©Constantin
22 Bahnen
Donnerstag, 23. Juli 2026
AUSVERKAUFT - Restkarten an der Abendkasse (außerdem wiederholen wir den Film wegen der großen Nachfrage im August)
Kaum erschienen, schon verfilmt: Der Bestseller mit über einer Million verkaufter Exemplare schafft den Weg ins Kino in weniger als zwei Jahren! (Schneller als viele große Stoffe zuvor und schneller als Harry Potter und der Stein der Weisen.)
Im Mittelpunkt steht Tilda, Anfang 20, Mathematikstudentin, die an der Supermarktkasse arbeitet und ihre kleine Schwester Ida sowie die alkoholkranke Mutter versorgt. Ihr einziger Rückzugsort: jeden Abend 22 Bahnen im Schwimmbad.
Das Filmdrama von Mia Maariel Meyer bleibt nah am Roman, teils im Wortlaut der Dialoge, und verlegt die Handlung in die frühen 2010er Jahre – mit klarer Mode- und Alltagsästhetik dieser Zeit.
22 Bahnen ist ein Film über ein Buch, das längst ein Phänomen war, bevor es Kino wurde.
©Leonine
Das Drama – Noch einmal auf Anfang
Freitag, 24. Juli 2026
AUSVERKAUFT - Restkarten an der Abendkasse (außerdem wiederholen wir den Film wegen der großen Nachfrage im August)
Von großer Schauspielkunst hatten wir es ja jetzt schon ein paar Mal. Wie sollen wir das also noch toppen? Vielleicht damit, dass The Drama von einem phänomenalen Ensemble getragen wird? Vier Stars. Ein Tisch. Zendaya, Robert Pattinson, Alana Haim und Mamoudou Athie! Was als entspanntes Abendessen unter Freunden beginnt, eskaliert am Esstisch zu einem nervenzerreißenden Psychothriller der Extraklasse. Die Atmosphäre ist so unerträglich intensiv, packend und intim, dass einem die Schamesröte ins Gesicht schießt.
Doch das Abendessen ist erst der Anfang des Albtraums. Denn nach diesem folgenschweren Dinner gerät die geplante Hochzeit von Emma (Zendaya) und Charlie (Robert Pattinson) vollends außer Kontrolle. The Drama stand wochenlang auf Platz eins der Arthouse-Kinocharts in Deutschland und ist einer der erfolgreichsten Filme in der Geschichte des Kult-Studios A24.
©Warner
One Battle After Another
Samstag, 25. Juli 2026
Zwischen Actionthriller und absurder Komödie, inspiriert von dem Roman Vineland: One Battle After Another ist großes, wildes Erzählkino von Paul Thomas Anderson. Im Zentrum: Leonardo DiCaprio, flankiert von einem überragenden Ensemble mit Sean Penn, Benicio del Toro, Regina Hall, Teyana Taylor und Chase Infiniti. Und mittendrin: eine der atemberaubendsten Verfolgungsjagden der jüngeren Filmgeschichte – chaotisch, komisch und mit einer Wucht inszeniert, wie man sie nur selten im Kino erlebt.
Ein Film über Flucht und Verfolgung, der sich immer weiter beschleunigt – bis jede Entscheidung zur nächsten Eskalation führt.
Bei der Kritik wurde One Battle After Another zum Ausnahmeerfolg: fast 200 Auszeichnungen, darunter Golden Globes und Critics’ Choice Awards. Bei den BAFTAs 2026 gewann der Film in sechs Kategorien, unter anderem als bester Film. Bei den Oscars folgten 13 Nominierungen und sechs Auszeichnungen, darunter bester Film sowie Regie und adaptiertes Drehbuch für Paul Thomas Anderson.
©Weltkino
Father Mother Sister Brother
Sonntag, 26. Juli 2026
Ein Jim-Jarmusch-Film durch und durch! Das wird bereits in dem Moment klar, wenn Jarmusch-Veteran Tom Waits als Vater die Tür öffnet und seine beiden Kinder Emily und Jeff empfängt. Distanziert, fast unbeholfen beginnt dieses erste Kapitel „Father“ der insgesamt drei Episoden.
Father Mother Sister Brother ist ein genau beobachtetes Familientryptichon mit Starbesetzung: Tom Waits, Adam Driver, Mayim Bialik, Charlotte Rampling, Vicky Krieps, Cate Blanchett, Indya Moore und Luke Sabbat. Drei Episoden, verbunden weniger durch Handlung als durch Haltung.
Jarmusch bleibt dabei ganz bei sich: ruhig, lakonisch, mit langen Einstellungen, wenig Handlung und viel Musik – irgendwo zwischen Stranger Than Paradise und Paterson. Ein Film, der nicht erklärt, wie Familie funktioniert. Sondern zeigt, wie schwierig sie bleibt.
©Warner
BLOOD & SINNERS
Donnerstag, 30. Juli 2026
„Wenn du ständig mit dem Teufel tanzt, dann folgt er dir eines Tages nach Hause.“
Die Zwillingsbrüder Smoke und Stack wollen ihr Gangster-Leben hinter sich lassen und kehren in ihre alte Heimat Mississippi zurück. Aus einer verlassenen Sägemühle wollen sie einen Ort für die
Schwarze Community erschaffen. Doch nicht nur rassistische Kleinstadtbewohner und alte Liebschaften machen ihnen das Leben schwer. In der Eröffnungsnacht machen fremde Gestalten das rauschende
Fest zum blanken Horror.
Der Mix aus Vampirfilm und Südstaatendrama liefert einen der besten Soundtracks des letzten Jahres und entfaltet in der Atmosphäre des alten Polizeipräsidiums seine ganze Kraft. Michael B. Jordan
erhielt für seine Doppelrolle als Zwillingspaar Smoke und Stack den Oscar als Bester Hauptdarsteller.
©Universal
Hamnet
Freitag, 31. Juli 2026
Fünf Jahre nach ihrem großen Erfolg mit Nomadland widmet sich Regisseurin Chloé Zhao einem historischen Thema. Ein Kind stirbt, und für eine Familie verschiebt sich alles. Still, ohne sichtbaren Bruch und doch unumkehrbar. Chloé Zhao erzählt nach dem Roman von Maggie O’Farrell von Agnes und William Shakespeare und davon, wie aus diesem Verlust Hamlet entsteht.
Ein ruhig gefilmtes, intensiv gespieltes Melodram, das sich Zeit lässt und genau darin besticht: 2025 lief Hamnet in Telluride und Toronto, wurde vielfach ausgezeichnet und erhielt in diesem Jahr gleich acht Oscar-Nominierungen! Jessie Buckley wurde als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet, ebenso bei den Golden Globes.
Ein Film über das, was bleibt, wenn alles andere verschwindet: Zeit, Körper, Erinnerung. Und vielleicht entfaltet er gerade deshalb seine Wirkung dort, wo nichts abgeschottet ist – im Freiluftkino Frankfurt, unter offenem Himmel, im gemeinsamen Blick auf eine Geschichte, die alle betrifft.
©Constantin
22 Bahnen
Samstag, 01. August 2026
Kaum erschienen, schon verfilmt: Der Bestseller mit über einer Million verkaufter Exemplare schafft den Weg ins Kino in weniger als zwei Jahren! (Schneller als viele große Stoffe zuvor und schneller als Harry Potter und der Stein der Weisen.)
Im Mittelpunkt steht Tilda, Anfang 20, Mathematikstudentin, die an der Supermarktkasse arbeitet und ihre kleine Schwester Ida sowie die alkoholkranke Mutter versorgt. Ihr einziger Rückzugsort: jeden Abend 22 Bahnen im Schwimmbad.
Das Filmdrama von Mia Maariel Meyer bleibt nah am Roman, teils im Wortlaut der Dialoge, und verlegt die Handlung in die frühen 2010er Jahre – mit klarer Mode- und Alltagsästhetik dieser Zeit.
22 Bahnen ist ein Film über ein Buch, das längst ein Phänomen war, bevor es Kino wurde.
©Searchlight Pictures
Rental Family
Sonntag, 02. August 2026
Das Gefühl des Fremdseins, das „Lost in Translation“ so präzise einfing, findet in „Rental Family“ einen mehr als würdigen Nachfolger. Wo Sofia Coppola einst die melancholische Distanz Tokios
zeichnete, taucht Regisseurin Hikari nun tief ein in die seltsamen Grauzonen moderner Einsamkeit.
Ein erfolgloser US-Schauspieler vermietet seine Dienste in Tokio für temporäre Familienrollen. Während er sich in die Identitäten seiner Kunden hineinversetzt, verstrickt er sich immer tiefer in
deren Leben, bis Schein und echte Gefühle gefährlich verschwimmen.
Die Ausgangsidee, wonach man sich in Japan für jede Lebenslage Familienmitglieder mieten kann, liefert zunächst skurrile, witzige Szenen, bevor sich der Film zu einem ehrlichen, tief rührenden
Drama über menschliche Nähe öffnet. Genau diese feinfühlige Balance macht ihn zu einem absoluten Publikumsliebling.
©Constantin
Backrooms
Donnerstag, 06. August 2026
Gelbe Wände, flackerndes Neonlicht, Teppichboden, der aussieht, als hätte ihn seit 30 Jahren niemand mehr betreten: Backrooms macht aus den hässlichsten Räumen der Welt einen der unheimlichsten Kinoorte des Jahres. Kein Spukhaus, kein Wald, kein Keller – sondern ein endloses Labyrinth aus Büros und Möbelhäusern. Orte, die man kennt, obwohl man nie dort war.
Regisseur Kane Parsons war gerade einmal 16, als er sein erstes Backrooms-Video ins Netz stellte. Vier Jahre später hat das Kultstudio A24 einen Spielfilm daraus gemacht, mit Chiwetel Ejiofor und Renate Reinsve, und das Erstaunliche ist: Der Film verliert nichts von diesem seltsamen Internet-Grauen, sondern macht es nur größer und körperlicher. Backrooms ist Horror als Liminal Space, als Albtraum aus endlosen Fluren, flackerndem Licht und völliger Orientierungslosigkeit. Ein Film über Räume, aus denen man nicht herausfindet – und vielleicht auch über das Gefühl, längst irgendwo falsch abgebogen zu sein.
©Wild Bunch/Centralfilm
Verflucht normal
Freitag, 07. August 2026
Wenn der eigene Körper macht, was er will – und man trotzdem mitten im Leben steht. Das ist der Kern des britischen Biopics „Verflucht normal“.
Der Film erzählt die wahre Geschichte des jungen Schotten John Davidson, der am Tourette-Syndrom leidet, einer neurologischen Störung, bei der Betroffene unwillkürliche Bewegungen oder plötzliche
Lautäußerungen zeigen.
Doch statt ein bemitleidenswertes Opfer zu inszenieren, setzt Regisseur Kirk Jones auf feinen britischen Humor. Dank seines unbändigen Willens und treuer Freunde verwandelt John seine
vermeintliche Schwäche mit den Jahren in ein ganz normales Leben.
Ein mitreißendes und aufwühlendes Kino-Highlight über Mut, Akzeptanz und den Triumph des menschlichen Geistes!
©Sony
Der Astronaut – Project Hail Mary
Samstag, 08. August 2026
Der Naturwissenschaftslehrer Ryland Grace wacht allein in einem Raumschiff auf, Lichtjahre von der Erde entfernt, ohne Erinnerung daran, wer er ist oder warum er dort oben durchs All treibt. Nach und nach wird klar: Die Sonne stirbt, die Erde steht vor dem Ende – und Ryland, gespielt von Ryan Gosling, ist vielleicht der Einzige, der noch etwas dagegen tun kann.
Und dann ist da noch Sandra Hüller als Eva Stratt, die Leiterin der Weltraum-Mission. Nach Toni Erdmann, Anatomie eines Falls und The Zone of Interest ist Der Astronaut – Project Hail Mary ihre große Hollywoodrolle – und man darf sich ruhig kurz darüber freuen, dass die große Schauspielerin des deutschen Kinos jetzt in einem Science-Fiction-Blockbuster neben Ryan Gosling die Menschheit retten darf.
Was nach maximalem Weltuntergangspathos klingt, wird bei dem Regie-Duo Phil Lord und Chris Miller zu klugem Kino mit Tempo, Witz und Herz. Ein Film über Wissenschaft als Abenteuer, über Improvisation in aussichtslosen Situationen – und über die schöne, ziemlich absurde Hoffnung, dass am Ende vielleicht doch ein Naturwissenschaftslehrer und ein außerirdischer Begleiter die Menschheit retten können.
©Sony
Glennkill: Ein Schafskrimi
Sonntag, 09. August 2026
Zugegeben: Wir waren zunächst skeptisch. Schafe, die miteinander reden? Die den Mord an ihrem Schäfer aufklären müssen? Das klingt erst einmal, als sei man im falschen Film. Aber weit gefehlt!
„Glennkill” ist so charmant, humorvoll und skurril, dass wir gar nicht anders konnten. Wir müssen diesen Film einfach zeigen!
Unter der Leitung von Miss Maple (Agatha Christie lässt grüßen) dem klügsten Schaf der Welt, beginnt die Schafherde, den Spuren nachzugehen. Obwohl die Tiere die Menschenwelt nicht immer richtig
verstehen, kennen sie doch die tiefsten Geheimnisse des Dorfes.
Der Film besticht auch durch seine atmosphärischen Bilder. Die saftig grünen Wiesen und die idyllische, ländliche Kulisse einer verschlafenen irischen Siedlung verleihen der Geschichte einen
perfekten Rahmen.
Für immer 16 – Film & Minikonzert mit Brezel Göring
Mittwoch, 12. August 2026
Vergesst alles, was ihr jemals über klassisches Kino gelernt habt! In „Für immer 16“ werden nicht nur die Regeln des Filmhandwerks gebrochen, sie werden komplett ignoriert!
Brezel Göring zieht diese filmische Rebellion so unverschämt gut durch, dass ihr aus dem Schmunzeln gar nicht mehr herauskommen werdet. Ein herrlich unangepasstes und humorvolles Highlight, das zeigt, wie erfrischend Kino abseits der Norm sein kann.
Das Drehbuch basiert übrigens auf einem unvollendeten Roman aus dem Nachlass von Françoise Cactus, die 2021 verstorben ist. Ihr genialer, anarchistischer Geist lebt in jeder Sekunde des Films weiter.
Darum geht’s: Nach Jahren der Funkstille trifft sich die ehemals unzertrennliche Experimentalfilmgruppe um Charlotte (Lilith Stangenberg), Helena und Oskar wieder. Um die alten Zeiten aufleben zu lassen, fahren sie gemeinsam in den Urlaub und beschließen spontan, genau wie früher, einen Underground-Film zu drehen. Klappe, Schluss, Aus! Kommen!
©Walt Disney
Der Teufel trägt Prada 2
Donnerstag, 13. August 2026
Fast zwanzig Jahre später ist sie zurück: Miranda Priestly, die Frau, die mit einem einzigen Blick ein ganzes Büro einfrieren konnte. Zurück in einer Welt aus Runway, Modewochen, perfekt geschnittenen Mänteln – und Menschen, die gelernt haben, dass ein „That’s all“ manchmal härter treffen kann als jede Kündigung.
Meryl Streep ist wieder Miranda, Anne Hathaway wieder Andy Sachs, Emily Blunt wieder Emily Charlton, Stanley Tucci wieder Nigel – und schon diese Namen reichen eigentlich, um kurz sehr glücklich zu werden. Der erste Film war nie nur eine Modekomödie, sondern auch ein treffsicherer Film über Arbeit, Ehrgeiz und Selbstverrat. Jetzt begegnen sich diese Figuren in einer Branche, die sich verändert hat. Nur Miranda wirkt natürlich immer noch so, als müsse sich im Zweifel eher die Welt an sie anpassen.
©Warner
One Battle After Another
Freitag, 14. August 2026
Zwischen Actionthriller und absurder Komödie, inspiriert von dem Roman Vineland: One Battle After Another ist großes, wildes Erzählkino von Paul Thomas Anderson. Im Zentrum: Leonardo DiCaprio, flankiert von einem überragenden Ensemble mit Sean Penn, Benicio del Toro, Regina Hall, Teyana Taylor und Chase Infiniti. Und mittendrin: eine der atemberaubendsten Verfolgungsjagden der jüngeren Filmgeschichte – chaotisch, komisch und mit einer Wucht inszeniert, wie man sie nur selten im Kino erlebt.
Ein Film über Flucht und Verfolgung, der sich immer weiter beschleunigt – bis jede Entscheidung zur nächsten Eskalation führt.
Bei der Kritik wurde One Battle After Another zum Ausnahmeerfolg: fast 200 Auszeichnungen, darunter Golden Globes und Critics’ Choice Awards. Bei den BAFTAs 2026 gewann der Film in sechs Kategorien, unter anderem als bester Film. Bei den Oscars folgten 13 Nominierungen und sechs Auszeichnungen, darunter bester Film sowie Regie und adaptiertes Drehbuch für Paul Thomas Anderson.
©Leonine
Das Drama – Noch einmal auf Anfang
Samstag, 15. August 2026
Von großer Schauspielkunst hatten wir es ja jetzt schon ein paar Mal. Wie sollen wir das also noch toppen? Vielleicht damit, dass The Drama von einem phänomenalen Ensemble getragen wird? Vier Stars. Ein Tisch. Zendaya, Robert Pattinson, Alana Haim und Mamoudou Athie! Was als entspanntes Abendessen unter Freunden beginnt, eskaliert am Esstisch zu einem nervenzerreißenden Psychothriller der Extraklasse. Die Atmosphäre ist so unerträglich intensiv, packend und intim, dass einem die Schamesröte ins Gesicht schießt.
Doch das Abendessen ist erst der Anfang des Albtraums. Denn nach diesem folgenschweren Dinner gerät die geplante Hochzeit von Emma (Zendaya) und Charlie (Robert Pattinson) vollends außer Kontrolle. The Drama stand wochenlang auf Platz eins der Arthouse-Kinocharts in Deutschland und ist einer der erfolgreichsten Filme in der Geschichte des Kult-Studios A24.
©Plaion/Studiocanal
No Other Choice
Sonntag, 16. August 2026
No Other Choice beginnt mit einem Verlust: Ein Familienvater steht plötzlich ohne Arbeit da. Was als persönliche Krise startet, kippt schnell in eine schwarze Satire über die Logik von Konkurrenz und Verdrängung. Der südkoreanische Film von Park Chan-wook war Südkoreas offizieller Beitrag für die Oscar-Kategorie „Bester internationaler Film“.
Die Weltpremiere feierte er im Hauptwettbewerb der 82. Internationalen Filmfestspiele von Venedig. Dort soll das Publikum nach der Vorstellung über acht Minuten applaudiert haben. Das kriegen wir in Frankfurt auch hin, oder? Nur eben unter freiem Himmel…
©CinemaScópio Produções/Port au Prince/Centralfilm
The Secret Agent
Donnerstag, 20. August 2026
Wir schreiben das Jahr 1977. In Recife beginnt der Karneval, Brasilien lebt unter einer Militärdiktatur, und Marcelo kommt in die Stadt, weil er hier eigentlich Schutz sucht. Doch die Vergangenheit reist mit, die Bedrohung rückt näher, und was zunächst wie ein politischer Thriller beginnt, wird immer größer, seltsamer, gefährlicher.
Kleber Mendonça Filho, der große Chronist brasilianischer Gegenwart und Vergangenheit, erzählt das mit einer fast unheimlichen Eleganz. Zwischen politischer Paranoia, Spionagefilm und Familiengeschichte entsteht ein Film, der gleichzeitig wütend, verspielt und unheimlich gegenwärtig ist. Und dann ist da Wagner Moura, erschöpft, getrieben, jederzeit auf dem Sprung – und einfach großartig. In Cannes wurde The Secret Agent mit dem Preis für die beste Regie und den besten Schauspieler ausgezeichnet. Völlig zurecht. Ein Film, der nicht nur von politischer Gewalt erzählt, sondern davon, wie lange sie in Körpern, Städten und Erinnerungen weiterlebt.
©Universal
Michael
Freitag, 21. August 2026
Noch ein Biopic über eine Musiklegende? Ja, bitte! Denn Michael Jackson war eben nie nur das. Er war Kinderstar, Weltstar, Jahrhundertperformer, Projektionsfläche, Popmythos – und eine Figur, bei der Bewunderung und Unbehagen bis heute sehr nah beieinanderliegen.
Michael feiert Jacksons Musik, den Moonwalk und jene Auftritte, bei denen ein einziger Move reichte, um ein Stadion in Ausnahmezustand zu versetzen. Zugleich erzählt der Film von einem Leben, das früh vor Publikum begann und irgendwann größer wurde als alles, was ein einzelner Mensch eigentlich tragen kann.
Das ist glänzendes Kino über Talent, Familie, Ruhm und den Preis, den Popgeschichte manchmal fordert. In der Hauptrolle steht Jaafar Jackson, Michael Jacksons Neffe – und allein dadurch wird dieser Film zu einem besonderen Spiegelkabinett aus Nähe, Nachahmung und Erinnerung.
©Warner
Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke
Samstag, 22. August 2026
Wie wird man eigentlich ein guter Schauspieler? Der 20-jährige Joachim versucht es mit einem Studium an einer renommierten Schauspielschule, der Unterstützung seiner skurrilen Großeltern und der Erkundung dieser Lücke, die der Tod seines Bruder in ihm hinterlassen hat. Irgendwo dazwischen liegt für ihn der Weg, um bei sich selbst anzukommen.
Die Verfilmung von Joachim Meyerhoffs Autobiographie war der Überraschungshit des letzten Kinojahres und besticht durch Witz und Feinfühligkeit. Besonders sehenswert: Senta Berger und Michael
Wittenborn als liebenswert-exzentrische Großeltern.
©Walt Disney
The Rocky Horror Picture Show; Regie: Jim Sharman; USA, 1975; 100 Min; FSK: ab 12; OmdU (Englisch mit deutschen Untertiteln)
THE ROCKY HORROR PICTURE SHOW
Sonntag, 23. August 2026
Es ist jedes Jahr ein absolutes Highlight, wenn wir ein letztes Mal auf euch treffen, liebes Publikum! Hier trifft
Alt auf Jung, Glamrock auf ungläubiges Erstaunen, Travestie auf pure Ekstase – und am Ende mündet alles im kollektiven Ausnahmezustand, wenn wir alle gemeinsam den „Time Warp” auf die Tanzfläche
bringen.
Für alle, die es tatsächlich noch nicht wissen: „The Rocky Horror Picture Show“ ist ein cineastisches Spektakel, das sich seit über 50 Jahren auf der Leinwand hält. Das Geniale daran? Der Film
folgt von der ersten bis zur letzten Sekunde einem genauen Drehbuch für das Publikum. Hier wird nicht nur zugeschaut, hier wird mitgerufen, mit Kostümen eskaliert und Requisiten
geworfen.
Werft mal einen Blick ins Netz, studiert die legendären Mitmach-Rituale und bereitet euch gut vor.
